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Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an

Udo Jürgens sang bereits 1977 vom stressfreien Leben als Rentner. Heute kann man sich aber gar nicht mehr so sicher sein, dass der Spass mit 66 erst anfängt und die Rente noch reicht. Ausserdem ist es schwierig, zwischen AHV, BVG und 3. Säule noch den Überblick zu wahren. Das muss aber nicht sein. Eigentlich ist die Sache mit der Rente ganz einfach. Ralf Plänkers, Leiter der Abteilung Einzelleben bei der Vaudoise, erklärt wie.

Pensionierung und Vorsorge ist für viele ein kompliziertes Thema. Wie bringt man Licht ins Dunkel?  

Wir stellen in der Tat fest, dass viele unserer Kundinnen und Kunden bei diesem Thema unsicher sind. Es fängt schon beim eigenen Vorsorgeausweis an, der nicht ganz einfach zu verstehen ist. Viele gehen davon aus, dass die Vorsorge schon irgendwie automatisch abläuft oder vertrauen auf den Rat von Bekannten. Der ist meistens gut gemeint, aber nicht immer passend für die eigene Situation. Am besten ist es, die eigene Lebenslage von einem Vorsorgespezialisten analysieren zu lassen.

Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer meinen, dass sie bei ihrer Pensionierung 60 % bis 80 % ihres Einkommens beziehen. Entspricht das der Realität?  

Viele von ihnen werden bei der Pensionierung höchstens 55 % ihres Einkommens erhalten, oder noch weniger. Denn der Umwandlungssatz, mit dem aus dem Altersguthaben aus der 2. Säule die Altersrente berechnet wird, sinkt immer tiefer, d. h. die Renten aus der Pensionskasse nehmen tendenziell ab. Aktuell beträgt dieser Satz noch 6,8 %, die Bundesversammlung möchte ihn aber auf 6 % herabsetzen. Dazu kommt, dass der durchschnittliche Umwandlungssatz in der Schweiz für den überobligatorischen Teil bei 5,7 % liegt (Teil des Lohns, der über dem maximal anrechenbaren Jahreslohn nach Gesetz liegt und für den die jeweiligen Pensionskassen freiwillig Leistungen erbringen, Anm. der Red.). Die Folge: die Arbeitnehmenden werden weniger Rente erhalten als ursprünglich vorgesehen. 

Was kann man tun?

Vorausschauen und den Ruhestand so früh wie möglich planen, spätestens mit 50. Im Vorfeld ist eine persönliche Beratung jedoch das A und O. 

Trotzdem sorgen 25 % der Schweizerinnen und Schweizer nicht vor und haben keine 3. Säule?  

Ja, das ist schade, denn eine 3. Säule hat zahlreiche Vorteile. Zum Beispiel kann man die einbezahlten Prämien von den Steuern abziehen, während der ganzen Beitragszeit. Mit einer dritten Säule lässt sich regelmässig Geld auf die Seite legen, ohne ständig daran denken zu müssen. 
Am besten fängt man schon früh damit an, sobald man ins Berufsleben einsteigt, und erhöht danach die Beiträge mit der Zeit. Wenn möglich sollte man ab 40 den maximalen Beitrag einzahlen, den man von den Steuern abziehen kann (für 2021 CHF 6883.-, Anm. der Red.). So kommt mit der Zeit eine stattliche Summe zusammen, die bei der Pensionierung – wenn das Guthaben klug investiert wird – über 200'000 Franken betragen kann.  


Soll man sein BVG-Guthaben als Rente oder als Kapital beziehen?

Das hängt von der jeweiligen Situation ab und es müssen verschiedene Einfussfaktoren berücksichtigt werden. Der Steueraspekt ist wichtig. Entscheidet man sich für eine Rente, so wird sie als Einkommen versteuert. Das Kapital hingegen wird nur einmal bei Auszahlung und zu einem reduzierten Satz versteuert. Man kann sich das Kapital auch gestaffelt auszahlen lassen, was häufig vorteilhafter ist. Beim Kapital ist es natürlich auch so, dass es im Todesfall in der Familie bleibt. Bei einer Rentenauszahlung wären die Erben benachteiligt. Zu guter Letzt muss man aber auch seinen Lebensstandard beachten. Die Rente wird bis zum Lebensende fix monatlich ausbezahlt. Wenn man aber in den ersten Jahren aktiv sein und viel erleben möchte, bietet das Kapital mehr Flexibilität. Eine Mischung aus Rente und Kapital kann ein guter Kompromiss sein: Mit der Rente sichert man sich langfristig ab und mit dem Kapital bekämpft man die Inflation.  

Lohnt sich ein freiwilliger Einkauf in die 2. Säule?

Wenn der Lohn mit der Zeit steigt, hat man die Möglichkeit, sich für frühere Jahre in die Pensionskasse einzukaufen. Denn je mehr Geld in der Pensionskasse ist, desto höher sind natürlich die Auszahlungen im Alter. Dadurch kann man Steuern sparen, da das steuerbare Einkommen durch den Einkauf sinkt. Aber auch hier muss man die persönliche Situation betrachten, um beurteilen zu können, ob ein Einkauf in die 2. Säule die beste Wahl ist. Denn je nach Alter oder Leistungen der Pensionskasse kann sich die 3. Säule als vorteilhafter herausstellen. Ein Experte wird vor allem den Zinssatz für den überobligatorischen Teil prüfen, um für seine Kunden danach die beste Lösung zu finden.

Was muss man zur vorzeitigen Pensionierung wissen?

Eine vorzeitige Pensionierung wirkt sich natürlich auf die Rentenleistungen aus. Vielleicht ist es besser, zuerst einmal das Arbeitspensum zu reduzieren, um sich danach eine komfortable Rente zu sichern? Das lässt sich nur sagen, wenn ein Experte die persönliche Situation prüft und z. B. verschiedene Szenarien durchrechnet. Was man auch wissen muss, ist, dass man bei einer vorzeitigen Pensionierung die AHV-Beiträge weiter entrichten muss. Ausserdem können bei einigen 3. Säulen die Leistungen nicht vor dem offiziellen Rentenalter bezogen werden

 

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